Mittwoch, 27. Oktober 2010

Wien im Frida Kahlo-Fieber


Zu: Frida Kahlos „Retrospektive“ im Bank Austria Kunstforum, Wien / bis 05.12.2010

Wie nicht anders zu erwarten, beginnt die Ausstellung mit einem Selbstporträt. Nicht zuletzt sind die Selbstbildnisse Schuld an dem Mythos, der sich um Frida Kahlo rankt. Sie erzählen nämlich die Geschichte ihres Lebens – tragischer Autounfall mit 18 Jahren, mehrere Fehlgeburten, ein untreuer Ehemann.
Die Ausstellung kann jedoch den Blick auf das Schaffen der mexikanischen Malerin um Stillleben, Porträts, die Kahlo von ihren Freunden schuf, Traumbildern oder sog. Votivbildern (mit denen Kahlo dem Besucher verschlüsselt ihre Wünsche mitteilt) erweitern. So bleibt der Blick nicht beschränkt auf die allzu bekannten Porträts, sondern zeigt die große Vielfalt ihres Schaffens. Außerdem finden sich in zwei Räumen verschiedenste Aufnahmen von Fotografen, denen Frida Kahlo Porträt stand und Fotografien ihrer Familie und Umgebung. Der Blick von außen erfrischt und bereichert die Ausstellung enorm: Frida Kahlo war ja nicht zuletzt auch eine große Selbstdarstellerin und so macht es Spaß, die zahlreichen Fotos zu betrachten und sie immer wieder auf den Gruppenfotos zu suchen.
Nicht zuletzt lohnt sich immer ein Blick auf die Hinweisschilder. Kahlo verwendete nämlich vielfältige Materialien: Öl auf Metall und Holz, Lithografien, Aquarelle, Arbeiten auf Pergament und Holzfaser, Sepia auf Papier.

Zu der Architektur der Ausstellung bleibt zu sagen: Das Kunstforum punktet mit kräftig fröhlicher Wandbemalung, die zeitweise jedoch zu sehr mit den Farben der Werke in Konkurrenz tritt.Die meist thematische Hängung gibt Übersicht und orientiert sich – Gott sei Dank – nicht an Kahlos Biographie.
Die Beschriftung der einzelnen Kunstwerke sind – wie so häufig – zu tief (oftmals sogar unter den Werken) angebracht. Ohne Brille und hinhocken erfährt man also weder Titel noch Jahr. Auch die Wandtexte in den einzelnen Räumen sind schlecht platziert und werden von den Besuchermassen verdeckt. Dennoch: wann kann man schon Frida Kahlo in Hülle und Fülle betrachten, mit Leihgaben aus aller Welt? Also, nicht verpassen!

Bild von: www.bankaustria-kunstforum.at/de/austellungen/aktuell (27.10.2010), Copyright: Banco de México, Diego Rivera & Frida Kahlo Museums Trust, México, D.F./VG Bild-Kunst, Bonn, 2010/VBK, Wien, 2010.

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