Mittwoch, 3. November 2010

Die "Mission Impossible" des Klaus-Albrecht Schröder

zu: Vortrag von Klaus-Albrecht Schröder im Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Wien am 03.November 2010

Klaus Albrecht Schröder
Jedes Semester lädt die Kunsthistorische Gesellschaft zu Vorträgen ein. Dieses Mal gehört die Bühne den Museumsdirektoren Wiens. Sie geben sich ab heute zweiwöchentlich die Klinke in die Hand und berichten über ihre Arbeit, ihre Häuser und ihre Konzepte. Alle sind eingeladen und der Einladung sind heute viele gefolgt - der Seminarraum ist voll. Ich vermute, der Titel des Vortrags war eine gute Werbung: Mission Impossible - Der Kunsthistoriker und das Museum des 21. Jahrhunderts. Und das vorgetragen vom Direktor der Albertina - das lässt man sich natürlich nicht entgehen.

Unglücklicherweise muss Schröder schon zu Beginn einräumen, dass er gar nicht so richtig auf den Titel eingehen kann - er wisse nicht, was die Zukunft bringe. Und Prognosen möchte er auch nicht wagen - was nun? Der Gast spricht lieber über seine Arbeit als Direktor, über die Albertina damals, als er begann (im Jahr 2000) und heute. Über Unterschiede, Probleme, Verbesserungen und wie er die Albertina neu erfand. Es klingt trockener, als es war: Schröder ist ein hervorragender Rhetoriker und weiß eloquent den Faden zu verfolgen. Mit Witz und Offenheit plaudert er aus dem Nähkästchen und berichtet aus seinem Alltag. Was sind die Herausforderungen der Gegenwart? Schröder meint: Die Orientierung am Besucher. Der Druck des Gegenwärtigen (meint: zeitgenössischer Kunst), den vor allem Altmeistersammlungen spüren. Der Bedeutungsschwund der Schausammlungen. Der internationale Wettbewerb: Wie können sich kleine Museen mit den großen, mächtigen Häusern (z-B. MoMa) messen? Wenn diese eine Leihgabe für ihre Ausstellung brauchen, was können sie als Gegenleistung bieten? Klaus Albrecht Schröder macht dabei klar, wie sehr der Posten des Direktors der eines Managers ist, der knallhart mit Sammlern und Leihgebern verhandeln muss und Mitarbeiter und ein Budget zu verwalten hat.

Spannender Einstieg. Ich bin gespannt, was die anderen Direktoren zu erzählen haben...

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