Dienstag, 16. November 2010

Rückblick: Thomas Schütte in Bonn

zu: Thomas Schüttes "Big Buildings – Modelle und Ansichten 1980-2010" in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn

In diesem Monat schloss die Ausstellung „Thomas Schütte. Big Buildings – Modelle und Ansichten 1980-2010“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik. Damit endete nicht nur eine gelungene Einzelschau des 1954 geborenen Künstlers, sondern ein ganzes Schütte-Jahr kam zum Abschluss: Nachdem es im Jahr 2008 ruhig um den Düsseldorfer geworden war, meldete er sich letztes Jahr mit einer beeindruckenden Einzelausstellung im Haus der Kunst in München zurück. Des weiteren entstand eine Großplastik für die Oldenburger Sparkasse, er zeigte dieses Jahr eine großzügig angelegte Retrospektive im Madrider Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía und erhielt den Kunstpreis der Stadt Düsseldorf in Höhe von 55.000 Euro, die er im Übrigen einem Kinderhospiz stiftete.

"Ferienhaus für Terroristen"
Wie der Titel „ Big Buildings – Modelle und Ansichten 1980-2010“ vermuten lässt, lag der Fokus der Bonner Schau ganz eindeutig auf den Architekturmodellen Thomas Schüttes. In der Haupthalle der Ausstellung war nicht nur das begehbare, etwa vier Meter hohe „Ferienhaus für Terroristen“ zu sehen und zu erleben, sondern auch das originale „Model for a hotel“ aus Glas, Aluminium und Stahl, das 2007 den leeren Sockel am Trafalgar Square in London schmückte, ließ den Besucher staunend zurück.

"Model for a hotel"
Neben einigen weiteren Großplastiken – unter anderem war auch das fast sechs Meter hohe Modell der Großbronze „Mann im Matsch“, die letztes Jahr in der Heimatstadt des Künstlers Oldenburg installiert wurde, zu sehen – vereinte die Ausstellung eine große Auswahl hölzerner Architekturmodelle.
Einige Keramiken und Aquarelle gaben einen Hinweis auf die Vielseitigkeit des Ausnahmekünstlers, der so nicht nötig gewesen wäre. Denn während die Ausstellungen in München und Madrid einen breiten Einblick in das heterogene künstlerische Werk Thomas Schüttes lieferten und sowohl große (Raum)Installationen, Plastiken aus Aluminium, Bronze, Stahl, Keramik, Holz, Wachs, Zeichnungen, Aquarelle und Fotos präsentierten, zeichnete sich die Bonner Schau vor allem durch die Beschränkung auf einen Werkkomplex aus. Das macht die Ausstellung zwar zur der sperrigsten, aber auch zu der mutigsten und fokussiertesten der dreien.

beide Bilder von: http://www.bundeskunsthalle.de/ (am 16.11.10)
"Ferienhaus für Terroristen": Foto: Tania Beilfuß, © Bundeskunsthalle, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
"Model for a hotel": Foto: David Ertl, © Bundeskunsthalle, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010

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