Donnerstag, 20. Januar 2011

Ein Wunschkonzert für Karola Kraus

zu: Vortrag von Karola Kraus im Institut für Kunstgeschichte, Wien // am 19.01.2011

Von den Vorträgen der Kunsthistorischen Gesellschaft des Instituts für Kunstgeschichte habe ich schon berichtet. Nun stand gestern der vorletzte Vortrag auf der Tagesordnung. Mit Karola Kraus, der neuen Direktorin des MUMOK, einer besonders interessanten Person. In Wien ist sie noch weitgehend unbekannt und musste sich dementsprechend bei uns auch erst einmal ausführlichst vorstellen. Die klassische Geschichte einer Vorzeige-Kunsthistorikerin: die Eltern Sammler, die sie früh im elterlichen Haus mit Künstlern in Kontakt gebracht haben. Ganz ungezwungen und natürlich also. Die Selbstbeweihräucherung, die man als Verfolger der Vorträge der einzelnen Wiener Museumsdirektoren schon bei den letzten Vorträgen beobachten durfte, fand hier einen vorläufigen Höhepunkt: Karola Kraus hat natürlich fantastisch clever gesammelt, unbekannte Künstler, die dann bekannt wurden, und was sie nicht alles für die Kunsthalle Braunschweig getan hat...

Karola Kraus vor "ihrem" MUMOK
Ihre Ideen für das wienerische MUMOK lesen sich wie ein Wunschkonzert: das Cafe muss ja dringend umgebaut werden, und die Eingangssituation verbessert... Ich habe bereits an anderer Stelle berichtet.
Was bleibt nun? Der Umbau erscheint mir nach wie vor an den Haaren herbeigezogen und in vielen Fällen nicht notwendig (Stichwort: Wunschkonzert oder auch Selbstverwirklichung der Direktorin). Nett ist die Idee, während des Umbaus das Museum nach draußen zu verlagern: Künstler werden eingeladen an 500 Plätzen der Stadt großformatige Plakate zu gestalten. Ihre erste selbst kuratierte Ausstellung wird dann erst im September eröffnet. Das "Museum der Wünsche", in Anlehnung an soo viele Vorläufer, zeigt dann die Sammlung des MUMOK auf allen Ebenen, die Kraus mit Dingen ergänzt, die sie sich von privaten Spendern gerne schenken lassen möchte. Hier gehts also weiter, das Wunschkonzert... Allerdings: sie will vorher Lücken in der Sammlung aufspüren und diese dann füllen lassen. Im September werde ich wieder berichten, wenn Karola Kraus sich dann an dem Umbau und der selbst kuratierten Show messen lassen muss.

Der Vortrag im Institut hinterlässt einen durchaus sympathischen Eindruck einer typischen, klassischen Kunsthistorikerin aus gutem Haus, die sich vielleicht etwas zu sehr selbst gelobt hat und zu selten gesagt hat, dass ihre Ideen und Umbaumaßnahmen nicht nur schön für sie, sondern auch für die Besucher sein werden...

Abb. von: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2562656/mumok-wien-2011-fuer-drei-monate-zu.story

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