Dienstag, 8. Februar 2011

Schaurig schön

zu: "Lieselott Beschorner. Zwischen Abstraktion und Groteske" im MUSA, Wien // verlängert bis 12.3.2011 !

Hat man das MUSA (Museum auf Abruf) erst einmal gefunden, dann kann man sich kostenlos (!) an Kunst 'betrinken' - zur Zeit an der Kunst der Lieselott Beschorner.
Die großartige Ausstellung über die Wiener Künstlerin Lieselott Beschorner kann sich sehen lassen. Es hat etwas von einer Retrospektive. Die Dame ist nämlich bereits 83 Jahre alt und hat soeben dem MUSA ihr Oeuvre vermacht. Zu sehen sind deshalb auch Arbeiten von ihrer Studienzeit bis heute. Und was für Arbeiten. Mit jedem Werk überrascht die Künstlerin mit neuen Formen, Farben und vor allem Materialien. Von akribischen Filzstiftzeichnungen, über genähte, gestrickte, bestickte Puppen bis hin zu Collagen, Reliefbildern aus Gips und Totenköpfen aus Ton. Alle Objekte haben etwas Schauriges, aber gleichzeitig auch Schönes an sich. Gegruselt habe ich mich besonders bei den "Puppas". Aber auf den zweiten Blick: Wirklich? Also, irgendwie haben die ja auch was Komisches. In ihrer Böshäftigkeit. Ich habe ein Exemplar abgelichtet: Was meint ihr?
 

Die Ausstellung zeigt auch Fotos von Lieselott Beschorners Wohnung und ein Videointerview. Die Fotos von der Wohnung haben mir besonders gut gefallen - da bekommt man einen Eindruck davon, wie die Künstlerin mit der Kunst gelebt hat. Und noch eine Kleinigkeit, die mir aufgefallen ist: im Katalog gibt es eine Zusammenstellung von Zeitungskritiken seit 1941 (das ist mir bislang noch in keinem Ausstellungskatalog aufgefallen - spannend!). Man erhält so einen Rundum-Einblick in ihre Arbeit und fragt sich wohl nicht zu Unrecht, wieso man von dieser Künstlerin nicht schon früher etwas gehört hat...

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