Dienstag, 1. März 2011

Künstler - Galerist - Pionier

zu: "Von Carl Andre bis Gregor Schneider. Dorothee und Konrad Fischer: Archiv einer Haltung" // bis 20.03.2011


Am vergangenen Wochenende war ich zum ersten Mal im Museum Kurhaus Kleve. Komisch eigentlich, betrachtet man das ambitionierte Ausstellungsarchiv des Hauses. Naja, die Ausstellung "Von Carl Andre bis Gregor Schneider. Dorothee und Konrad Fischer: Archiv einer Haltung" hat es letztendlich geschafft, mich in die Beuys-Stadt zu locken.
Bruce Nauman: Pair of hands (No. N), 1996  
Dank des langen Titels wusste ich auch genau, was mich erwartete: Eine Schau zum berühmten Düsseldorfer Galeristenehepaar Dorothee und Konrad Fischer. Dabei geht es nicht nur um die Präsentation ihrer Sammlung - also die Werke von Andre bis Schneider -, sondern auch - und das ist spannend! - um die Galerie, die Konrad Fischer (1939-1996) im Jahr 1967 in Düsseldorf eröffnete.
Einige Arbeiten des jungen Künstlers Konrad Fischer (damals noch mit dem Nachnamen Lueg) aus den 60er Jahren bilden den Auftakt der Show. Zu dieser Zeit schuf er - im Umkreis seiner Studienkollegen Gerhard Richter und Sigmar Polke - farbenfrohe Gemälde.
1967 begann er dann die dauerhafte Karriere als Galerist. Im Oktober dieses Jahres realisierte er die erste Ausstellung in seinem kleinen Raum in der Düsseldorfer Neubrückstraße, den er schlicht "Ausstellungen bei Konrad Fischer" nannte, mit einer Schau von Arbeiten Carl Andres. Zu dieser Zeit waren Konzeptkunst und Minimal Art nahezu unbekannt in Europa - Fischer leistete Pionierarbeit. Es folgten bahnbrechende Ausstellungen von zum Beispiel Bruce Nauman, Richard Long, Sol LeWitt und Lawrence Weiner, die der Galerie bis heute die Treue halten.
In der Folgezeit erweiterte der Galerist sein Programm durch aktuellste Kunst. Daniel Buren, Gilbert & George, Bernd und Hilla Becher, Thomas Schütte, Tony Cragg und Gregor Schneider sind darunter.


Die heutige Galerie Konrad Fischer in der Platanenstraße
Die Ausstellung in Kleve bringt nicht nur wichtige Arbeiten der genannten (und anderer) Künstler zusammen, sie macht auf beeindruckende Weise sichtbar, wie wichtig die Aktivitäten Fischers für die (rheinländische) Kunstgeschichte bis heute sind. Besonders sehenswert ist dabei das Dokumentationsmaterial, wie Briefe, Fotos, Postkarten, schriftliche Ausstellungskonzepte. Das sollte man sich ansehen. Wer weiß, wann diese Dokumente wieder einmal für die Öffentlichkeit zu sehen sein werden?!?


Abb.: Bruce Nauman, Pair of hands (No. N), 1996 © VG Bild-Kunst, Bonn 2011 von: http://www.museumkurhaus.de/de/index.html am 27.02.11; Galerie Konrad Fischer, von: www.konradfischergalerie.de am 27.02.11

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