Sonntag, 19. Juni 2011

Sonnenstrahlen im ehemaligen Konsulat

zu: "Sunbeam in the Glasshouse" in Düsseldorf // bis 17.07.11

Regelmäßig, bis zu dreimal im Jahr, organisiert der Düsseldorfer Verein 701 e.V. - benannt nach der stadtbekannten Straßenbahnlinie - Ausstellungen. Vor allem die Ausstellungsreihe "Regarding Düsseldorf", kuratiert von Pia Witzmann, hat längst eine wichtige Stellung innerhalb des Düsseldorfer Kunstgeschehens erlangt.
Und an diesem Wochenende eröffnete die neueste Ausstellung des Vereins unter dem Titel "Sunbeam in the Glasshouse". Da 701 e.V. über keine eigenen Ausstellungsräumlichkeiten verfügt, ist die von Julia Ritterskamp kuratierte Schau in dem Erdgeschoss des ehemaligen amerikanischen Generalkonsulats (erbaut 1953 durch SOM) untergebracht.
Blick in den Innenhof mit einer Arbeit von Heiko Räpple
Und die Kuratorin hat gut daran getan, das Gebäude konzeptionell ins Zentrum der Ausstellung zu rücken, denn es zieht die Aufmerksamkeit des Besuchers sehr an und lenkt stellenweise von den präsentierten Arbeiten der 15 Künstler ab.
Doch wenn man sich einmal satt gesehen hat, an den großen Glasflächen, die Durchblicke in umliegende und angrenzende Räume und in den grünen Innenhof erlauben, kann man sich den Kunstwerken widmen.
Hervorzuheben sind dabei sicherlich zwei ganz wunderbare Arbeiten von Maren Maurer, die rührende Skulptureninstallation von Heike Kabisch und Martin Pfeifles Skulptur, die dem Besucher den Weg ins Gebäude zwar erschwert, ihm aber gleichzeitig als Sitzgelegenheit dienen möchte.
Niels Sievers: "o.T.", 2011, Öl auf Holz, 33x23 cm
Besonders beeindruckt aber haben mich die Gemälde des Berliner Künstlers Niels Sievers. Zunächst stößt man auf sechs kleinformatige Bilder. Alle sechs sind Nachtszenen und zeigen Fahrbahnen, die sich unter tiefen Horizonten durch einsame Landschaften ziehen. Man kann sich in ihnen verlieren, denn sie schaffen es, den Betrachter einzubeziehen. Unweigerlich sieht man sich selbst am Steuer des Autos sitzen, das da durch die Nacht saust. Bis man feststellt, dass man als Geisterfahrer unterwegs ist. 
Niels Sievers: "flashhouse", 2011, Mischtechnik auf Leinwand, 170x190 cm
In einem anderen Teil des Gebäudes ist "flashhouse" auf zwei Boxen gestellt an die Wand gelehnt. Eine weitere beeindruckende, stimmungsvolle Arbeit des Immendorff-Meisterschülers, die HIER viel besser zu erkennen ist.

Ich schlage also dringend vor, sich die Ausstellung in der Cecilienallee 5 anzusehen (Mi-Fr 14-20, Sa+So 14-18) !

Abb. Mitte von: http://www.nielssievers.de/bilder.html am18.06.11

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