Montag, 25. Juli 2011

Das Loveparade-Mahnmal

zu: Das Mahnmal für die Loveparade-Opfer in Duisburg

Eigentlich wollte ich mir heute das Loveparade-Mahnmal ansehen und morgen alle 44 eingereichten künstlerischen Entwürfe im LehmbruckMuseum betrachten, bevor ich hier was schreibe. Punkt eins hat prima funktioniert, Punkt zwei ist gescheitert, weil gestern der letzte Ausstellungstag war. Schade. Es hätte mich sehr interessiert, auf welche unterschiedlichen Ideen Künstler bei der Auseinandersetzung mit einem so emotionalen Thema kommen. Und ich finde es spannend, alle Entwürfe im Museum zu präsentieren - gute Idee!
Ein paar Fotos u.a. von der Museumspräsentation gibt es aber 
HIER.
Wie auch immer, ich war in Duisburg-Neudorf. Dort befindet sich die Karl-Lehr-Straße, die durch den langen, niedrigen, dunklen Tunnel führt, in dem sich vor knapp einem Jahr die Tragödie um die Loveparade abspielte. Heute  - einen Tag nach dem ersten Jahrestag der Katastrophe - erinnern noch zahllose Blumen, Kerzen, Widmungen an die 21 Toten und hunderte Verletzten.
Und seit Kurzem gibt es ein offizielles Mahnmal, in einer kleinen Parkanlage etwa 50 Meter von der Einfahrt in den Tunnel entfernt.
rechts im Hintergrund: Die Tunneleinfahrt
Das von Gerhard Losemann konzipierte Mahnmal aus gut 10 Tonnen Stahl hat zwei Schauseiten. Auf der einen sind das Datum des Unglückstages in Stahllettern und eine transparente Tafel mit einer Widmung und den Namen der Todesopfer auf der quadratischen Grundplatte angebracht.
Auf der anderen Seite fallen 21 Stahl-Stelen - wie Mikado-Stäbchen, oder Streichhölzer - unkontrolliert auf eine rechteckige Stahlplatte - Sinnbilder für die 21 Toten, das Chaos und die Enge.

Tja, was soll man sagen? Vielleicht, dass das Mahnmal ins Ruhrgebiet passt: Auf Schnickschnack wird verzichtet, die Aussage ist direkt, Material und Künstler kommen aus der Region und konzeptionelle oder gestalterische Überraschungen oder Innovationen gibt es keine.
Nüchtern ist es, das Duisburger Mahnmal und irgendwie deplatziert. Und ich bin mir ganz sicher, dass es immer der Tunnel bleiben wird, der den Betroffenen, Angehörigen und Anwohnern in Erinnerung bleibt. Sie werden weiterhin dort ihre Blumen niederlegen und den Opfern gedenken, denn er ist das eigentliche Mahnmal.

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