Montag, 5. September 2011

Zu Besuch bei Jeles, Hepe und Norüm

zu: "Tomma Abts" in der Kunsthalle Düsseldorf // bis 09.10.11


Zuerst dachte ich an Briefmarken, weil die zehn Gemälde von Tomma Abts in dem riesigen Raum - dem "Kinosaal"  - der Kunsthalle Düsseldorf so großzügig auf die hohen weißen Wänden gehängt sind. Die zweite Assoziation ging in Richtung Ahnenportrait-Galerie, denn die Arbeiten weisen alle das klassische Hochformat 48 x 38 Zentimeter auf. Und tatsächlich: Der Saalzettel zeigt, dass die Künstlerin als Bildtitel Namen - etwa "Jeles", "Hepe" oder "Norüm" - gewählt hat.
Blick in den "Kinosaal"
Beim näheren Betrachten  - wer die Arbeiten der Turner Preis-Gewinnerin kennt, weiß das natürlich - stellt sich dann heraus, dass das Versprechen von Präsentation, Format und Titel nicht eingelöst wird, denn Tomma Abts Bilder sind abstrakt. Keine Gesichter von Verwandten, Vorfahren, Prominenten weit und breit. Aber wunderbare, kompositorisch und technisch perfekte Gemälde aus Acryl und Öl auf Leinwand. Es macht überhaupt keinen Sinn, hier ein Foto von einer der Arbeiten einzustellen, denn keine Abbildung kann den exakten, schichtenhaften Farbauftrag wiedergeben, der unterschiedliche Oberflächenstrukturen reliefhaft herausarbeitet - das muss man sich schon selbst ansehen!
Blick ins obere Stockwerk
Im oberen Geschoss finden sich ergänzend zu den zehn Malereien 17 kleinformatige, gerahmte Papierarbeiten, die Aufschluss über den Arbeitsprozess geben. Sie lassen erahnen, wie die Künstlerin, die seit 2010 Professorin an der Düsseldorfer Kunstakademie ist, durch Experimentieren mit geometrischen Formen, Flächen, Linien zu ihren ausgeglichenen Kompositionen findet.


Und das war's auch schon. Zehn Gemälde, 17 Papierarbeiten, alles übersichtlich präsentiert - eine sehr gelungene Ausstellungen, die ich jedem ans Herz legen möchte. Auch demjenigen, der  - wie ich  - eigentlich nicht viel anfangen kann mit nicht-figurativer zeitgenössischer Malerei!

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