Sonntag, 20. November 2011

no story - no fans

zu: stART11 in Duisburg // 17.-18.11.11

Vergangenen Donnerstag und Freitag habe ich mich auf der stARTconference in Duisburg umgesehen und um es vorwegzunehmen: Ich hatte nicht im Ansatz eine so tolle Veranstaltung erwartet. Natürlich habe ich nicht an allen Programmpunkten teilgenommen, aber das, was ich mitbekommen habe, hat mich begeistert.
Die stARTconference, die Konferenz zu Kultur und Web 2.0 wurde in diesem Jahr zum dritten Mal ausgerichtet. Ihr Ziel ist es, die verschiedenen Protagonisten aus den Bereichen Kunst und Kultur über aktuelle Entwicklungen und Anwendungsmöglichkeiten von Social Media zu informieren. Meiner Einschätzung nach waren es hauptsächlich Mitarbeiter von Museen, Theatern und anderen kulturellen Institutionen im deutschsprachigen Raum, die an den beiden Tagen nach Duisburg-Ruhrort kamen, um den Vorträgen zu dem diesjährigen Schwerpunkt "Transmedia Storytelling" zu lauschen.
Es gab zwei sehr schicke, nah beieinander liegende Veranstaltungsorte - die Haniel Akademie und eine Kirche - an denen über zehn Vorträge angeboten wurden. Darüber hinaus gab es Workshops, ein künstlerisches Rahmenprogramm, Abendveranstaltungen, eine Diskussionsrunde und sogar etwas Yoga in den Pausen. Und - wichtig! - die Möglichkeit, sich zu vernetzen.
Christian Henner-Fehr bei seinem Vortrag "Die Social-Media-(r)Evolution"
Vielleicht hatte ich das Glück, die richtige Auswahl getroffen zu haben, denn ich habe ausschließlich wirklich gute Vorträge gehört. Marcus Brown erzählte zum Beispiel davon, wie er verschiedene digitale Charaktere (z.B. "Jack the Twitter") im Internet zum Leben erweckt, Katharina Ess stellte das PODIUM, ein webbasiertes Community-Festival für junge, klassische Musik vor, Janosch Asen und Manuel Scheidegger informierten über ihre Plattform Farfromhomepage und Patrick Breitenbach rief zum Größenwahn auf und präsentierte einen Sieben-Punkte-Plan zum erfolgreichen transmedialen Erzählen.
Aus dem Vortrag von Patrick Breitenbach
Für mich ist es unmöglich, ein allgemeingültiges Fazit aus diesen beiden spannenden Tagen zu ziehen. Was mir bleibt, ist der Eindruck, dass wir im Bereich Internet und v.a. Social Media noch ganz am Anfang stehen. Ich habe gelernt, dass vor allem die kulturellen Einrichtungen die verschiedenen Kanäle des Web2.0 - facebook, twitter & Co. - (kreativer) nutzen sollten, um ihre Geschichten zu erzählen und um Aufmerksamkeit zu generieren, denn die Medienwelt verändert sich. Das Internet entwickelt sich rasend schnell und lässt die Printmedien weit hinter sich.
Und daraus ziehe ich auch den Schluss, dass wir mit kunstgeflüster auf dem richtigen Weg sind. Für die Zukunft wünsche ich mir also nicht nur mutigere und kreativere Kulturschaffende, sondern auch mehr gute Blogs. Denn Geschichten im Internet zu produzieren und geschickt zu erzählen ist eine Sache. Aber auch die fachliche Auseinandersetzung mit diesen Inhalten, die ja in Deutschland noch hauptsächlich in den Printmedien stattfindet, sollte im Netz weiter kultiviert werden. Oder um es mit den Worten eines Vortragenden zu sagen: Der kleine Blogger von nebenan ist genauso wichtig, wie die große Tageszeitung. Hach, das wär's doch!

P.S.: Einige Fotos der beiden Tage gibt er HIER und ein paar Videos HIER!

Kommentare:

  1. hört sich sehr interessant an!
    Ich glaube, ich wäre auch gerne da gewesen.
    Kann mich aber deiner Meinung nur anschließen und denke auch, dass es noch viele unentdeckte Möglichkeiten gibt das Internet zu gestalten!

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  2. schöner Beitrag! Kann man den sieben Punkteplan irgendwo bekommen? Danke!!

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  3. Hallo Julia! Ich weiß gar nicht, ob der Vortrag von Patrick Breitenbach dokumentiert wurde (Einige Vorträge wurden auf Video aufgezeichnet). Hier geht es zu seiner Seite, wo auch seine Kontaktdaten angegeben sind: http://brainblogger.de/ich/ Vielleicht fragst Du ihn einfach direkt?! Viele Grüße, Linda

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  4. Julia, hier gibt's ein Video zum Vortrag: http://blog.karlshochschule.de/2011/11/22/die-start11-ist-vorbei-aber-was-ist-geblieben/ !!!

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  5. @Julia: hier sind die Folien von Patrick: http://www.slideshare.net/breitenbach/how-to-hack-the-global-brain-with-megalomaniac-transmedia-storytelling

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