Mittwoch, 16. November 2011

IM SCHLAGLICHT: Schreckensnachricht Museumsschließung

zu: Schließung des Liechtenstein Museums // ab Januar 2012

Während sich dieser Tage Wiens Kunst- und Museumswelt mit der Vienna Art Week feiert, erreicht sie gleichzeitig eine Schreckensnachricht aus den eigenen Reihen.
 Gartenpalais Liechtenstein
Wie gestern bekannt wurde, wird das Liechtenstein Museum im Gartenpalais ab Januar 2012 nicht mehr für den spontanen Besuch zur Verfügung stehen. Fortan sollen die Räumlichkeiten im 9. Bezirk hauptsächlich exklusiven privaten Events vorbehalten sein und nur noch im Rahmen der Langen Nacht der Museen oder nach Anmeldung zur Gruppenführung zu besichtigen sein.
Goldener Wagen des Fürsten Joseph Wenzel I. von Liechtenstein 1738
Das ist sehr bedauerlich, denn das Museum beherbergt eine exzellente Privatsammlung mit Glanzlichtern wie dem "Decius Mus Zyklus" von Rubens, dem kürzlich erworbenen Kabinettschrank "Badinton Cabinet", oder dem sorgfältig restaurierten "Goldenen Wagen" von 1738.
Badminton Cabinet, Großherzogliche Werkstatt Florenz 1720/1732
Und dennoch ist das Museum bei fast jedem meiner Besuche so gut wie leer gewesen. Fernab der ausgetrampelten Pfade steht das Gartenpalais relativ isoliert im Alsergrund, einem Bezirk, der den meisten Touristen wohl unbekannt sein dürfte. Eine Institution wie das Liechtenstein würde an anderer Stelle oder in einer anderen Stadt sicherlich Scharen von Besuchern anziehen, doch bei so starker Konkurrenz wie sie in Wien vorherrscht, fällt es schwer sich zu behaupten. Und so müssen wir wohl oder übel Abschied nehmen.

Die Schließung wird ein Loch in die Museumslandschaft Wiens reißen. Zu hoffen bleibt, dass die Eröffnung des Stadtpalais Liechtenstein Anfang 2013 in der Bankgasse hinter dem Burgtheater eine Gutmachung bietet.

Abb.: © LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz-Vienna

Kommentare:

  1. das ist ja wirklich keine schöne nachricht.... :(

    AntwortenLöschen
  2. Naja, Wien kann es vielleicht am ehesten verschmerzen, ein Museum weniger zu haben. Und ansonsten haben da doch wohl auch die Leute mit den Füßen abgestimmt. Vielleicht will niemand goldene Wagen sehen.

    AntwortenLöschen