Donnerstag, 12. Januar 2012

Die Zeit der Bilder in Düsseldorf

zu: "Temps d'Images" im tanzhaus nrw // bis 15.01.12

Wie der Titel des viertägigen Festivals "Temps d'Images" verrät, beginnt heute Abend in dem  Düsseldorfer tanzhaus nrw die "Zeit der Bilder". Und weil uns natürlich interessiert, was das international renommierte Zentrum für zeitgenössischen Tanz unter dem Motto "Bild Medien Tanz" auf die Beine stellt, durfte ich mich schon gestern in den beeindruckenden Gemäuern des tanzhauses nrw - ein ehemaliges Straßenbahndepot - umsehen.
Einen Tag vor der Eröffnung des Festivals herrscht reges, aber auffällig gut gelauntes Treiben: Die große Bühne des Hauses wird für die Performances vorbereitet und auch die Ausstellung im Foyer, die sechs künstlerische Positionen vorstellt, wird aufgebaut. Einige Künstler, wie die Biennale-Teilnehmerin Marianna Christofides, sind bereits fertig mit dem Aufbau ihrer Werke, andere tüfteln noch an der Technik.
Julia Stefanovici "Loie Machine"
Die bezaubernsten Arbeiten der Schau bestehen aus weißen Seidenobjekten, die an Kleider erinnern. Sie drehen sich mal schneller, mal langsamer auf ihren weißen Podesten, bäumen sich auf, wenn der Ventilator sie von unten mit Luft füllt und fallen wieder in sich zusammen, wenn der Luftstrom ausbleibt. Diese poetische Auseinandersetzung mit den Themen Kleidung und Hülle, Bewegung und Rhythmus stammt von Julia Stefanovici, auf deren Werk der Festivalleiter und Ausstellungskurator Stefan Schwarz während des Rundgangs der Kunsthochschule für Medien Köln aufmerksam wurde.
Blick in die Ausstellung mit Arbeiten von Julia Stefanovici, Jan Goldfuß (hinten) und Kai Fobbe (rechts)
Nachhaltig beeindruckt hat mich auch das Werk von Jan Goldfuß, der ebenfalls ein Postgraduierten-Studium an der KHM absolviert . Im Rahmen der Ausstellung zeigt der Künstler und Mediengestalter eine komplexe neunminütige Video-Trilogie mit dem Titel "EnTroPI:space". Dabei handelt es sich um computeranimierte Bilder, die der klassischen Animation à la Hollywood eine völlig andere Facette der digitalen Ästhetik entgegenstellen. Seine Technik beschreibt Jan Goldfuß als "Render automatique" (angelehnt an die surrealistische "Écriture automatique"), denn er überlässt weite Teile des Produktionsprozesses dem Computer und macht damit auch Fragen zur Autorenschaft in den Künsten auf.

Die Ausstellung eröffnet heute Abend um 19 Uhr und ich kann nur raten: Hingehen!
Nein, eigentlich möchte ich vorschlagen, das tanzhaus nrw morgen (Freitag, 12.01.) zu besuchen, denn dann findet in Zusammenarbeit mit den Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität eine Tagung zum sich wandelnden Medieneinsatz in den Künsten statt. Das Programm der "Frequenzdialoge" gibt es HIER (und HIER das komplette Festivalprogramm)!

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