Samstag, 7. April 2012

Besuch in Essen

zu: Museum Folkwang, Essen


Im Museum Folkwang gibt es sehr viel zu sehen. Deshalb konzentriere ich mich auf das Wesentliche, gehe nicht auf die beiden für mich eher uninteressanten Fotoausstellungen ("Der Mensch und seine Objekte" und "Chris Killip - arbeit") ein, erwähne die sehr gelungene Schau von Lothar Baumgarten nur am Rande und hebe stattdessen zwei Aspekte hervor, die mein Herz höher schlagen lassen.
ärgerlich
Nachdem ich zähneknirschend - trotz Mitgliedsausweis des Verbands Deutscher Kunsthistoriker - den vollen Eintrittspreis berappen musste (ein Skandal, wie ich finde) und mir ein All-inclusive-Papparmband in neon-orange ums Handgelenk geschlungen wurde, ging's zunächst zu den Plakaten von Renato Casaro ("Gemalter Film" bis 15.04.).
Renato Casaro: Lo chiamavano Trinità, 1969
Courtesy Renato Casaro art studio + gallery, Marbella, Spanien
©
Renato Casaro art studio + gallery, 
Marbella, Spanien, 2012
Ich habe mich noch nie wirklich mit Filmplakaten auseinander gesetzt und war gleich so hin und weg von den Tempera-auf-Karton-Vorzeichnungen in meisterhafter Ausführung, dass ich vor lauter hemmungslosem Staunen sogar die Alarmanlage auslöste (50 cm Abstand, bitte!). Jedenfalls vereint die Ausstellung circa 70 wirklich beeindruckende Arbeiten des letzten großen Plakatmalers, die man sich nicht entgehen lassen sollte - darunter die Plakate von großen Filmen, wie etwa "Der letzte Kaiser", "Es war einmal in Amerika" oder "Die unendliche Geschichte".
Henri Matisse: Nature morte aux asphodèles, 1907
Museum Folkwang, Essen ©Succession H. Matisse/VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Anschließend ging's weiter in den Sammlungstrakt, um die hervorragende Kollektion von Kunstwerken des 19. bis 21. Jahrhunderts zu bestaunen, die jetzt - nach der spektakulären Erweiterung des Museums durch David Chipperfield im Jahr 2010 - viel mehr Platz hat. In meinem Lieblingsraum hängt Matisses "Stillleben mit Affodillen", kombiniert mit einer Lehmbruck-Figur, zwei Signacs und einem mir bis dahin völlig unbekannten Stillleben von James Ensor - ein wunderbarer Blick, den ich sehr gern fotografiert hätte (durfte ich aber nicht). Ein Raum mit Gemälden von van Gogh, Gauguin und Cézanne schließt an und so geht es die ganze Zeit weiter - ein Highlight jagt das nächste und man kommt aus dem Staunen nicht raus.

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