Samstag, 14. Juli 2012

IM SCHLAGLICHT: „Ich verstehe nicht, warum Leute Angst vor neuen Ideen haben. Ich habe Angst vor den alten.“ - John Cage

zu: Wochenendtipps für Berlin // bis 15.07.12

Den Berlinerinnen und Berlinern, die nicht in den Urlaub verreist sind, möchte ich für den Wochenausklang zweierlei wärmstens ans Herz legen:

Schon seit dem 5. Juli und noch bis einschließlich Sonntag ist die Seele von John Cage in der Staatsoper – die derzeit im Schillertheater in Charlottenburg campiert – zu erleben. Das Traditionshaus widmet dem Ausnahmekünstler zum 100. Geburtstag 10 klangvolle Tage: "Infektion! Festival für Neues Musiktheater", so der verheißungsvolle Titel.
Und infiziert worden bin ich in der Tat, als die Türen der Opern-Werkstatt öffneten und sich Besucher inmitten des Ensembles niederließen, zunächst ein bisschen schüchtern in Anbetracht der Tatsache, dass wahre Operngrößen wie Roman Trekel oder René Pape nun hautnah neben einem standen und sichtlich Gefallen fanden an dem eher unkonventionellen und experimentellen Stück; typisch Cage eben! In Europeras wählen die Sänger vorab ihre Lieblingsausschnitte aus Opern ihrer Wahl und arrangieren sie zeitlich minutiös. Allerdings ohne, dass die anderen Beteiligten davon wissen oder umgekehrt. Entstehen kann so ein wilder Klangteppich, der den Ton für sich isoliert herausarbeitet.
Als Einstieg dient jeden Abend Cages wohl berühmtestes Oeuvre 4.33. Schauen Sie vorbei und lassen Sie sich überraschen von dem passionierten Mann, der das Musikverständnis nachhaltig revolutionierte. Tickets für den Abend von 18 bis 24 Uhr sind für 15, ermäßigt für 10 Euro erhältlich.


Darüber hinaus verabschiedet sich die Universität der Künste wie jedes Jahr mit dem UdK Rundgang in die vorlesungsfreie Zeit. Von Freitag 19 Uhr bis Sonntag 20 Uhr können an allen Standorten der renommierten Kunstuni Ateliers besichtigt, Meisterwerke bestaunt und Happenings besucht werden.

Abb. von: http://staatsoperberlin.de/de_DE/content/cage100 am 14.07.12

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