Montag, 10. September 2012

IM SCHLAGLICHT: Toys, Toys, Toys

zu: Lesung "Bis einer heult - Autonama liest Kinderkram" im me collectors room, Berlin // Ausstellung "ART & TOYS - Collection Selim Varol" bis 14.10.2012
In gewisser Weise dreht es sich in diesem kurzen Beitrag hauptsächlich um eines: Leidenschaft. Man nehme dazu einen recht gewöhnlichen Lesungstermin, vorne sitzend eher ungewöhnlich viele, nämlich vier Lesende, ein interessiertes Publikum, und Los geht’s mit „Bis einer heult – Autonoma liest Kinderkram“!
Aber der me collectors room wäre nicht derselbige, hätte er dort im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung Art&Toys (mehr dazu gleich) nicht ein hochkarätiges Trüppchen leidenschaftlicher Schriftsteller, Vorleser und vor allem Väter eingeladen. Und gewissermaßen als Bonbon der Leidenschaft allesamt begeisterte Mitglieder der „Autonoma“, der Autorennational-mannschaft. Eine absurde, aber originelle und durchaus erfolgreiche Vereinigung, die in der Konstellation auf deutschem Boden wohl auch nur in Berlin existieren könnte.
Mit Plaudereien aus dem Fußball-Nähkästchen wurde dementsprechend die einstündige Lesung mit Darbietungen von Thomas Lindemann, Matthias Sachau und Wolfram Ellenberger eingeleitet. Zum Anlass der Ausstellung kreiste die Thematik jedoch weniger um Abseits und Elfmeter, als um Meistererzählungen aus dem Alltag eines modernen Vaters.Im Zentrum der Aufmerksamkeit: Spielzeuge und nicht minder interessante Hilfmittel für Kinder wie Laufräder oder Bobbycars. 
So war schnell der Bogen gespannt zur gegenwärtigen Ausstellung von Selim Varol, einem türkischstämmigen Düsseldorfer, der mit ähnlich großer Leidenschaft seit seinem 5. Lebensjahr Spielzeugfiguren sammelt und mittlerweile auf die stolze Sammlung von 15.000 kommt. Über die Toys kam er schließlich zur Urban & Contemporary Art, sodass der erste Eindruck der Reizüberflutung schnell einem schmunzelnden Interesse an dieser deratig vielseitigen Sammlung weicht.
Es gibt viel zu sehen und zu entdecken. Mit Arts&Toys beweist der me collectors room Mut und Offenheit genug, um nach dem Gerhard-Richter-Schmaus stets auf der produktiven Suche nach großem Potenzial anderer Künstler zu bleiben. Das erfrischt die Berliner Kunstszene ungemein, auch – oder gerade - weil Selim Varol mit seiner Sammlung polarisieren dürfte. In Berlin ist diese nur noch bis zum 14.10. zu sehen. Wer Autonoma anfeuern möchte, bleibt am Besten unter http://autonama.de/w2/ am Ball.

Abb. von http://www.me-berlin.com/presse/pressebilder/

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