Dienstag, 2. Oktober 2012

IM SCHLAGLICHT: Hoppers Impressionen aus den ereignisreichen Sechzigern

zu: "Dennis Hopper – The Lost Album. Vintage-Fotografien aus den 1960er Jahren" im Martin-Gropius-Bau, Berlin // bis 17.12.2012
Andy Warhol, Henry Geldzahler, David Hockney, and Jeff Goodman, 1963
Nun könnte man denken: Der Martin-Gropis-Bau zeigt Dennis Hopper, noch einen großartigen, zu einer Legende gewordenen Schauspieler und Regisseur, der sich am Fotografieren versucht hat. The Lost Album – Fotografien, von denen viele in den letzten Jahrzehnten zu Ikonen geworden sind – ist mehr als nur ein Ausflug eines Künstlers in fremdes Terrain. Diese Ausstellung ist zu Recht ein Publikumsmagnet für all diejenigen, die sich im hopper’schen zeitlichen oder geistigen Universum wiederfinden. 

Der 1936 geborene und erst 2010 verstorbene Tausendsassa Hopper scheint viele und ganz verschiedene Fans zu haben, die sich staunend und lächelnd vorbeischieben an den hunderten kleinen Schwarzweiß-Bildern. Entstanden sind alle Fotografien in den Jahren 1961-1967, Hopper war Mitte 20 und hielt minutiös und ambitioniert all jene Momente analog fest, die ihn berührten, begeisterten oder den jeweiligen spirit dieser Zeit einfingen. So ist eine beeindruckende Sammlung von fotografischen Zeitzeugnissen zustande gekommen, die im Original auf Karton gezogen und ohne Glas vorliegen.
Paul Newman, 1964. Location: Malibu, Ca USA
Dennis Hopper ist durch sein Regiedebut Easyrider bekannt geworden als Vertreter einer neuen selbstbewussten und kreativen Avantgarde. Diese Ausstellung porträtiert gewissermaßen ihn und seinen Lebenshunger, der ihn an den verschiedensten Orten mit den verschiedensten Menschen zusammengebracht hat: Künstler wie Warhol, Rauschenberg oder Niki de Saint Phalle , Schauspielkollegen wie Paul Newman (die wohl beste Komposition der gesamten Ausstellung!), die Hells Angels in Kalifornien, Hippies, Martin Luther King bei seinem wichtigen Marsch nach Montgomery. Auch seine abstrakte Objektfotografie muss große Namen nicht scheuen, gerade weil sie den naiven und offenen Blick des jungen Künstlers offenbart und Momente für die Nachwelt festhält, die in der Retrospektive einzigartig erscheinen; dies gilt insbesondere für seine Reise nach Mexiko, wo er sich in Tijuana dem Stierkampmythos widmet. 

Hopper hat mit seinen Aufnahmen ein Stück Geschichte geschrieben. Sie laden ein zum Versinken in eine andere Zeit und lassen uns teilhaben an Eindrücken aus der verheißungsvollen Epoche der 60er-Jahre.

Abb. von: www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/gropiusbau/programm_mgb/mgb12_hopper/ausstellung_hopper/veranstaltungsdetail_mgb_ausstellung_42838.php (02.10.2012)

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