Sonntag, 11. November 2012

Endlich tut sich was...bei der Kunst im öffentlichen Raum

zu dem Buch "Public Art Ruhr. Die Metropole und die Kunst im öffentlichen Raum" erschienen im Wienand Verlag // Oktober 2012
Während die Kunst im öffentlichen Raum in Österreich schon seit Längerem eine große Rolle spielt (das zeigen zahlreiche Publikationen) und in Wien beispielsweise durch das KÖR (Kunst im öffentlichen Raum) professionell und umfassend aufgearbeitet und dokumentiert wird, steckt das Interesse für oder zumindest die zentrale Aufarbeitung und Dokumentation der Kunst im öffentlichen Raum in Deutschland noch in den Anfängen. In der letzten Zeit aber scheint sich etwas zu tun.

Die Stadt Köln beispielsweise hat Anfang des Jahres das "StadtLabor für Kunst im öffentlichen Raum" ins Leben gerufen, das eine Bestandsaufnahme machen und Vorschläge für den weiteren Verbleib der Werke erarbeiten soll. Das "Labor" wirft damit wichtige Fragen auf: Passt das Werk noch zu seinem Umraum? Ist die Stadt ein Museum? Sollten die Kunstwerke regelmäßig ausgetauscht werden?

Auch der gerade erschienene Band "Public Art Ruhr" beschäftigt sich mit den Werken, denen Bewohner und Besucher des Ruhrgebiets auf ihrem Weg durch Stadt und Land begegnen: der Kunst im öffentlichen Raum. Es ist ein 232 Seiten starker Band geworden, der insgesamt 100 Werke versammelt. Die Museumsdirektoren der RuhrMuseen haben jeweils aus den Werken ihrer Stadt ausgesucht. Die Auswahl begnügt sich aber keineswegs mit einer Zusammenstellung der allgemein bekannten Highlights des Ruhrgebiets (von Hans Arps Skulptur im Glaskasten Marl, Richard Serras "Terminal" in Bochum oder Adolf Winkelmanns "U-Turm Bilderuhr" im Dortmunder U), sondern zeigt auch unbekanntere, unscheinbarere Werke. Im Buch werden sie alle gleich mit Foto und einem erklärenden Text vorgestellt. Eine Vielzahl von Autoren (*) hat die verschiedenen Beiträge geschrieben - das ist eine Bereicherung, denn so sind die Texte nicht uniform und setzen mal hier und da einen anderen Schwerpunkt.
Auch wenn in einem der Vorworte das Wort "Führer für die Kunst im öffentlichen Raum" fällt, so kann dies nicht der Anspruch sein. Für die Handtasche (auch einen Rucksack) ist der Band definitiv zu schwer und unhandlich geworden. Auch fehlte hierzu eine Karte, die alle Werke übersichtlich verortet. Es ist vielmehr ein schöner Kunstband für das Buchregal geworden, in dem man in Ruhe zu Hause nachschlägt und durch den man sich zu dem ein oder anderen Ausflug inspirieren lässt. In dieser Hinsicht aber macht das Buch einen guten Anfang - mögen noch viele weitere Publikationen folgen (vielleicht tatsächlich ein handlicher Taschenführer?!)!

* In eigener Sache: Auch Verlage und Museen haben mittlerweile Kunstblogs als Medium entdeckt und schicken Bloggern (auch uns) auf Wunsch Rezensionsexemplare zu. Durch Zufall habe ich herausgefunden und mit Freude festgestellt, dass meine kunstgeflüster-Kollegin Linda an diesem hier besprochenen (und von mir als Rezensionsexemplar bestellten) Buch mitgeschrieben hat.

Abb. von: http://www.wienand-verlag.de/titel/Public-Art-Ruhr-Walter-Smerling-Ferdinand-Ullrich.asp

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen