Freitag, 22. Februar 2013

IM SCHLAGLICHT: Die Farben Brasiliens

zu: Norbert Bisky "Paraisopolis" in der Galerie Crone (Berlin) // bis 13.04.13

Möglicherweise ist Norbert Bisky (geboren 1970 in Leipzig) gerade deshalb einer der bekanntesten deutschen Maler der Gegenwart, weil er sich jeder Kategorisierung entzieht. Ein bisschen Popart hier, ein paar großflächige Expressionismus-Elemente dort: Bisky mixt die Stile und bleibt eigentlich nur seiner Liebe zu den starken Farben treu. Dennoch erkennt der Betrachter eine eindeutige Handschrift, die sich für den Laien irgendwo zwischen der Malerei Der Brücke, Keith Haring und Andy Warhol ansiedelt.
Norbert Bisky: "Antropofagia", 2013
Frisch in der Galerie Crone eingetroffen, bespielen Biskys Werke der Gruppe "Paraisopolis" dort die Industrieräume der Hinterhof-Kunstinstitution. Kernthema der Arbeiten ist Brasilien, wo sich der Künstler lange Zeit aufgehalten und Inspiration gefunden hat. Impulsive Farbexplosionen, viele nackte Männer-Oberkörper und ineinandergreifende Flächen und Formen dominieren die großformatigen Kunstwerke. Vor so manchem Bild bleibt der Betrachter ambitioniert stehen, um des Suchbilds Rätsel zu entschlüsseln: Ein Arm, ein Ohr, und ein ...ähm... Rücken?
Norbert Bisky: (Noch ohne Titel), 2013
Bisky scheut keine harten Übergänge, die Ästhetik seiner Bilder entsteht in der energievollen Gesamtkomposition. Inwiefern – wie der Begleittext zu informieren meint – die Ausstellung von einer „gegenseitigen Verschlingung hinsichtlich der Verortung als auch hinsichtlich des Verhältnisses von Vision und Wirklichkeit“ erzählt, liegt vermutlich im Auge des (Brasilien-erfahrenen) Betrachters. Die Coolness der Galerie untersagt Bildunterschriften und flankiert die eigentlich für sich genug wirkenden Werke Biskys mit allzu bunten Wandfarben. Wer Bisky pur erleben will, versucht sich in Scheuklappentaktik. 

Abb. von: http://www.kunstberlin.eu/2013/norbert-bisky-paraisopolis-16-2-bis-13-4-2013-in-der-galerie-crone/ am 17.02.13

Kommentare:

  1. Vielleicht als kleines Korrektiv: die Wandfarben waren ebenfalls vom Künstler als Ausstellungselement konzipiert.

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  2. Vielen Dank für den Hinweis - gut zu wissen!

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  3. finde die bilder wirklich super gelungen! man kann darin richtig eintauchen :)

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