Montag, 13. Mai 2013

IM SCHLAGLICHT: Ein Ausflug in die Phantasie

zu: "Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus", Fabrik der Künste, Hamburg // bis 15.05.13

Es war vor allem der Titel, der mich auf die aktuelle Ausstellung in der Fabrik der Künste aufmerksam gemacht hat: "Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus". Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, was sich dahinter verbirgt, war total neugierig und machte mich daher auf eine kleine Reise in das abgelegene Industriegebiet im Hamburger Hamm. Die Fabrik der Künste liegt etwas ab vom Schuss und gerade in dieser Umgebung würde man nicht unbedingt jene magischen Welten erwarten. Denn das sind die Bilder, die in dieser Ausstellung gezeigt werden wirklich: Magisch! Hier hat man die Möglichkeit, in phantastische Seelenlandschaften einzutauchen und unwirklichen Kreationen zu begegnen. Es gibt intensiv leuchtende Farblandschaften, in die wiederum realistische Bildelemente eingesetzt werden, die mit einer Akribie und Präzision ausgearbeitet sind, wie man es von den Alten Meistern kennt. Kleinste Details werden dabei perfekt dargestellt.
Wolfgang Hutter
Die phantastisch-realistischen Werke sind Teil einer Kunstströmung, die dem Surrealismus nahe steht und in den 1950er Jahren in Österreich entstanden ist. Zum einen fühle ich mich an moderne "Fantasy-Kunst" erinnert, zum anderen aber aufgrund der surrealistischen Elemente, die in vielen Werken wiederzufinden sind, an Salvador Dalí. Und war da nicht in einem der Bilder ein Fabrikschornstein im Bildhintergrund, so wie man ihn von Giorgio de Chirico kennt?

Rudolf Hausner
Die Bildthemen sind sehr vielfältig. Sie reichen von Traumvisionen, mythologischen Szenen bis hin zu biblischen und apokalyptischen Inhalten. Besonders interessant sind auch die psychoanalytisch begründeten Arbeiten von dem Österreicher Rudolf Hausner, der seine Werke aus dem Unbewussten entstehen lässt. Zentrale Figuren sind dabei Adam, der als die autobiographische Projektionsfigur des Künstlers gilt und Anima als weiblicher Seelenanteil, für den ihm die Malerin und Ehefrau Anne Hausner in vielen Bildern Modell steht. Sie verkörpern den jahrelangen Prozess der Selbstfindung des Künstlers - es geht um geheime Wünsche, Sehnsüchte und Ängste.

An einigen Stellen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht. Wie viel gibt es noch zu den einzelnen Bildern zu sagen, zu lesen, zu wissen! So bleibt man in den Phantasieräumen sich selbst und seinen eigenen Gedanken überlassen. Insgesamt jedoch wurden meine Erwartungen an einen Ausflug in eine phantastische Realität auf jeden Fall erfüllt!
Wer sich für die Ausstellung interessiert, sollte sich allerdings beeilen – sie läuft nur noch bis zum 15. Mai!

Abb. von: http://www.fabrikderkuenste.de/index.php?id=17 am 12.05.13 

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