Mittwoch, 12. Juni 2013

Alternative Währung: Kunst!

zu dem Projekt Artmoney Kopenhagen, Dänemark

Wenn Künstler sowieso nie Geld haben, wieso sollten sie nicht einfach mit ihrer Kunst bezahlen? Der dänische Künstler Lars Kraemmer hat sich genau das gedacht und vor sechs Jahren die Alternativwährung "Artmoney" gestartet.
Artmoney von Pia Skoberg, ohne Titel
Die 'Geldscheine' sind unikate Kunstwerke, 12x18 cm groß und haben einen Wert von 200 dänischen Kronen, knapp 27 Euro. Malen darf sie, wer sich auf der Homepage registriert hat. Und man muss nicht mal ein Picasso sein. Theoretisch darf jeder mitmachen. Hauptsache das Kunstgeld ist eigenhändig gemalt worden. Einlösen können die Künstler ihre Werke dann in registrierten Geschäften, die meisten davon in Kopenhagen selbst. Allerdings nicht immer zu 100 %. Manche gewähren lediglich einen Nachlass auf den Einkauf.

Das Kopenhagener Ibsens Hotel beispielsweise akzeptiert Artmoney als Zahlungsmittel für bis zu 50% des Rechnungsbetrages. Im Hotel sind ausgewählte Geldscheine zu bewundern und können dort auch direkt gekauft werden. Zu 200 dänischen Kronen, selbstverständlich. So kommt dann auch wieder Geld in die Kasse. Schöne Idee, mag man denken. Oder einfach eine hüsche PR-Strategie. Denn welcher Künstler kann es sich leisten, in einem Hotel zu übernachten, wo das kleinste Doppelzimmer für eine Nacht mehr als 200 Euro* kostet?
Artmoney von Nicole Baumann, ohne Titel
Die eigentliche Idee aber ist, dass man als freischaffender Künstler von seiner Kunst leben kann und unabhängiger vom Geldzyklus ist. Ob man sich mit Artmoney wirklich teilweise sein Leben finanzieren kann, bleibt mir jedoch unklar. Nach kurzer Durchsicht der registrierten Geschäfte, die Artmoney akzeptieren, sieht es eher so aus, als könnte man vergünstigt (!) beispielsweise einen Tee im einem Café (Einstein) trinken, eine Nacht im schicken Hotelzimmer (Ibsens Hotel) oder im Variete-Theater (Klassisk Variete) verbringen. Aber die alltäglichen Dinge wie Toilettenpapier, Brot und Aspirin kann man sich von dem Geld nicht kaufen.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

* Preisinformation über booking.com
Beide Abb. von http://artmoney.org/

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