Donnerstag, 13. Juni 2013

Fluchthelfer

zu: Andreas Schmitten, Künstler // erschienen bei INDEX

Morgens zehn Uhr an einem Feiertag im Mai. Die Düsseldorfer Altstadt war vor wenigen Stunden noch laut, bunt und aufgekratzt; jetzt ist sie still, grau, verschlafen. Wir sitzen in einem Café am Fenster mit Blick auf den Grabbeplatz, trinken Kaffee und Wasser. Alle anderen Tische sind unbesetzt, die Musik ist auf penetrante Art entspannt. Das Gespräch mit Andreas Schmitten beginnt.
Wir sprechen über seinen bisher überaus erfolgreichen Werdegang: Letztes Jahr hat der Künstler sein von angesehenen Stipendien und Preisen flankiertes Studium an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler von Georg Herold abgeschlossen. Seitdem knüpft er an seine (schon während der Studienzeit) rege internationale Ausstellungstätigkeit an – zurzeit laufen einige Projekte im In- und Ausland parallel.

Andreas Schmitten:Requisit in Grün, 2012, Holz, Lack, Stoff, Leuchtstoffröhren, 200x65x51 cm
Nur ein paar Meter weiter, im K20 der Kunstsammlung NRW, ist zurzeit eine Arbeit des 1980 geborenen Künstlers zu sehen. In einer Ausstellung, die Werke von rund 50 etablierten Bildhauern – fast ausschließlich fallen große Namen – aus dem Umfeld der Kunstakademie versammelt, ist Andreas Schmitten als jüngster der Ausgewählten mit einer Rauminstallation, die er "Die Wohnung des Künstlers" nennt, vertreten. Schmitten begnügt sich nicht mit dem bloßen Aufstellen einer Skulptur im Museum, er greift in die bestehende Ausstellungsarchitektur ein, verändert Fußboden und Wände und entwirft seinen eigenen Ausstellungsraum. In leuchtend-grellen Farben und mit weißem, gleißenden Licht, das hinter deckenhohen, akkurat arrangierten Vorhängen strahlt. Mit dem Betreten der Arbeit verlässt der Besucher den Museumsraum, begibt sich in das Werk und somit in eine andere Welt. Das im Werktitel gegebene Versprechen von Wohnlichkeit wird in der Arbeit nicht eingelöst. Die Formensprache ist klar, alle Oberflächen sind glatt und glänzend, wirken steril und es fühlt sich eher an, als sei man in einer Filmkulisse – zumindest in einer anderen Realität – gelandet.

Und tatsächlich, Schmitten erzählt von seiner Leidenschaft...
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