Dienstag, 5. November 2013

Reise durch Düsseldorfer Zeitgeschichte

zu: Candida Höfer "Düsseldorf" im Museum Kunstpalast, Düsseldorf // bis 09.02.2014

Bei Candida Höfer scheiden sich die Geister. Kunst ist das wohl - aber muss man hin und sich das ansehen? Es heißt, es sei immer das Gleiche. Die meisten kennen wohl ihre perfekt ausgeleuchteten, menschenleeren Abzüge von Innenräumen verschiedenster Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, Museen, Opernbühnen, Kirchen. All diese Fotografien erinnern an das fast manische Sammeln und Dokumentieren von Bernd und Hilla Becher, den Lehrern von Candida Höfer.  
Benrather Schloss Düsseldorf IV 2011, 180 x 246 cm, C-Print, © Candida Höfer, Köln / VG Bild-Kunst Bonn 2013
Einige dieser dokumentarischen Fotografien zeigt auch die Düsseldorfer Ausstellung. Vor allem finden sich Düsseldorfer Motive - ganz so wie es der Titel der Ausstellung verspricht. Einige dieser Aufnahmen haben schon zeithistorischen Charakter. Das Dreischeibenhaus in Düsseldorf beispielsweise wird es so, wie Candida Höfer es gesehen hat, nie mehr geben. Aber gibt es da sonst noch was?
Dreischeibenhaus Düsseldorf IX 2011, 180 x 164,4 cm, C-Print, © Candida Höfer, Köln / VG Bild-Kunst Bonn 2013
Ja, das gibt es, denn den neueren Arbeiten stehen ältere gegenüber. Und die machen den Reiz der Ausstellung aus. Sehen kann man Düsseldorf in den 70er Jahren, Gastarbeiter, Schaufenster, Restaurantleben. So decken die gezeigten Arbeiten fast vier Jahrzehnte ab. Die Ausstellung ist also nicht mehr, aber auch nicht weniger als ein kurzweiliger Rückblick auf Düsseldorfer Zeitgeschichte und ist unter dem Aspekt betrachtet ein Besuch wert.

P.S. Ein besonderes Schmankerl wartet am Anfang auf den Besucher - Candida Höfer war nämlich zu Anfang ihrer Studienzeit in der Filmklasse und das Museum Kunstpalast zeigt eine ihrer frühen Filmarbeiten mit ihr als Hauptdarstellerin.

1 Kommentar:

  1. hallo, ich schaue (bzw. höre) zum ersten mal ins "kunstgeflüster" und bewundere die mühe und die qualität des blogs. meine hochachtung! allerdings fällt auf, dass kaum kommentare hinterlassen werden, eigentlich schade oder ist vielleicht schon alles gesagt? zu gerhard richter kann ich nur sagen, dass er in vielen arbeiten nicht besonders originell zu sein scheint und vieles doch sehr zufällig erscheint-was ja auch ein ansatz ist...na, ja vielleicht melde ich mich wieder mal, bis dahin bitte so schön weitermachen. schöne grüsse aus köln und schöne adventstage sendet rheinweiss

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