Montag, 13. Januar 2014

Werke von S.D. in Wuppertal

zu: "Sven Drühl. Werke 2001-2013" in der Kunsthalle Barmen, Wuppertal // bis 26.01.2014

Sie heißen "C.D.F." oder "F.H.". Die Werktitel von Sven Drühl sind kryptisch und rätselhaft. Und auch die Bildmotive sind nicht immer zu greifen. Man findet Architekturelemente, die sich nicht benennen, technische Bauten, die sich nicht erklären lassen wie das filigrane Gerüstwerk, das sich in einem Werk als Röhre in die Luft schraubt und sich wie ein zartes Netz über die Leinwand legt.
Der Künstler spielt mit dem Betrachter. Er deutet an und bleibt doch im Ungewissen.
S.D.N.N.J.M., 2012
Sven Drühl, Jahrgang 1968, ist nicht nur Künstler, sondern auch promovierter Kunsthistoriker. Er greift also tief in die Trickkiste und spielt dem versierten Kunsthistoriker und -kenner in die Hände. Denn die Bildtitel sind Namenskürzel der Künstler, auf die sich ihr Kunstwerk bezieht. Dramatisch ineinandergeschobene Eisschollen - ja, genau. Das kennt man von Caspar David Friedrich. Dementsprechend heißt das Werk auch "C.D.F.". Diese Schnitzeljagd kann Spaß machen - es lassen sich unendliche Bezüge herstellen: Die Romantik als Mythos wird hier verhackstückt, die Tradition der Landschaftsdarstellung thematisiert, es geht um die Serie und das Aneignen in der Kunst. 
Installationsansicht
Was aber, wenn man das alles nicht weiß und, sagen wir, als interessierter Laie in diese Ausstellung geht? Was bleibt?

Man könnte sich beispielsweise auf Sven Drühls Spiel mit dem Material einlassen. Er experimentiert mit Autolack und Silikon auf Leinwand, zeichnet Landschaften mit Neonröhren oder modelliert in monochrom schwarzen Bildern die Ölfarbe so dick auf der Leinwand, dass sich Strukturen ergeben. Und das lässt sich auch ohne Hintergrundwissen erfahren und erleben. Wie verändert sich ein monochrom schwarzes Bild, wenn es seitlich von blau-grünlichen Neonröhren beleuchtet wird? Wie glänzt Lack auf Leinwand und was macht das mit einem Bild, wenn nur bestimmte Flächen ausgefüllt sind und der Rest nackter Stoff? Oder: wie hat Drühl es bloß geschafft so filigrane schwarze Linien auf die Leinwand aufzutragen?

Antworten in der Ausstellung!
F.H. (Neon), 2013, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
 
Abb. von: http://www.von-der-heydt-kunsthalle.de/ (13.01.2014).

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