Samstag, 15. Februar 2014

IM SCHLAGLICHT: Neues aus dem Hamburger Bahnhof

zu: Susan Philipsz im Hamburger Bahnhof // bis 04.05.14

Wer in diesen Tagen den Hamburger Bahnhof in Berlin betritt, den erwartet ein ungewöhnlich freier Blick auf die berühmte historische Halle. Denn nach Ausstellungen mit Pflanzen und Ballons (kunstgeflüster berichtete über Saraceno) oder gar mit Tieren, hat die schottische Künstlerin Susan Philipsz nun weitestgehend auf Objekte verzichtet: Philipsz zählt zu den renommiertesten Klangkünstlerinnen der Gegenwart. Nachdem sie auf der letzten documenta vertreten und den begehrten Turner Prize gewonnen hat, hat sie nun eigens für den Hamburger Bahnhof eine Sound- Installation entworfen. "Part file score" bedient sich der besonderen Architektur des ehemaligen Gebäudes und verknüpft die Metaphorik des Ankommens und Abfahrens mit der Geschichte des Komponisten Hanns Eisler, der in den 1930er Jahren emigrieren musste. Drei Kompositionen Eislers wurden zu einer 24-Kanal-Sound-Installation arrangiert. Schreitet man durch die leere Halle, verändern sich mit jedem Schritt Klang und Wahrnehmung. Zwölf Grafiken, die Partituren mit Auszügen von FBI-Akten über Eisler zeigen, runden den Versuch der Künstlerin ab, sich mit dem Werk des Komponisten und den sein Leben beschreibenden Themen zu nähern.
Susan Philipsz: Part File Score, 2014, Digitaldruck / Siebdruck, 185x145 cm ©Susan Philipsz
Parallel wartet die Kulturinstitution darüber hinaus noch mit anderen Größen auf. Ebenfalls seit Februar wird die Werkreihe "Serious Games - Ernste Spiele" des Dokumentarfilmers und Videokünstlers Harun Farocki präsentiert. "Wall works" ist schon seit November in den angegliederten Rieckhallen zu sehen, beeilen muss sich außerdem, wer den Dialog mit der Sammlung Marx mit Arbeiten von u.a. Cy Twombly, Andy Warhol und Joseph Beuys noch erleben möchte. Ein neues Konzept bietet das Museum außerdem mit der Reihe "A-Z. Die Sammlung Marzona", mit der bis Sommer 2016 in regelmäßigen Abständen Konzeptkunst der 60er und 70er Jahre in alphabetischer Manier ausgestellt werden: Arte Povera, Daniel Buren und die Ausstellung "C.7500" bilden den Auftakt dazu.

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